Generalkapitel in Rom eröffnet

Mit einem feierlichen Gottesdienst ist das Generalkapitel 1997 am 14. Mai, am Fest des hl. Apostels Matthias, in Rom eröffnet worden. P. General Virginio Bressanelli SCJ betonte in seiner Ansprache, daß unser Glaube und unsere Geschichte eine Einheit bilden müssen. Unsere Geschichte fordert uns heraus und mit unserem Glauben haben wir auf diese Herausforderungen eine Antwort zu geben. Die Apostelgeschichte zeigt uns die christliche Gemeinde mit Maria und mit den Aposteln einmütig versammelt in der Erwartung des Pfingstfestes. Diese Urgemeinde in pfingstlicher Erwartung kann ein Bild für unsere eigene Versammlung auf dem Generalkapitel sein.

Zwei Gestalten stellte P. General als Vorbild heraus. Einmal Maria inmitten der betenden Gemeinde. Maria ist Vorbild für das Hören und Aufnehmen des Wortes Gottes. Sie gibt ihr Ja zur eigenen Mitwirkung in dem Heilsplan Gottes.

Die zweite Gestalt ist der Heilige des Tages, der hl. Matthias. Ihn zeichnet aus, daß er "mit Jesus“ war von Anfang bis Ende und bereit ist, in die Lücke zu springen und so Verantwortung in der Heilsgeschichte zu übernehmen.

Für die gesamte urchristliche Gemeinde gilt, daß sie in ihrer Situation bereit war, vor Gott eigene Verantwortung zu übernehmen und betend Entscheidungen herbeizuführen, und so konkret Mitarbeiter für Gottes Heilsgeschichte bereitzustellen.

Auch wir sind in Pflicht genommen.

Am Nachmittag führte P. General in das Generalkapitel ein. Von Natur aus ist ein Generalkapitel das höchste Entscheidungsgremium einer Ordensgemeinschaft. Dabei geht es um ein kirchliches Ereignis, nicht allein um die Angelegenheiten der Kongregation. Wir stehen unter dem Wort Gottes wie die urchristliche Gemeinde. Evangelisierung ist das Ziel und zwar durch unser Leben, unser Zeugnis und unsere Tätigkeit. Für die Kirche gibt es Herausforderungen in dieser Zeit und denen müssen wir uns stellen.

Es ist ein Augenblick der Gnade im Leben unserer Kongregation, denn der Heilige Geist leitet uns. Das Kapitel ist eingebettet in ein Klima des Gebetes und vorbereitet durch das Gebet vieler auf der ganzen Welt.

Dieses Kapitel steht unter dem Zeichen der Einheit. Dabei blicken wir auf die Gestalt Christi, der um die Einheit gebetet hat: "Daß alle eins seien!“ Plurale Kulturen und viele Länder zeigen sich hier. Und doch stehen sie im Zeichen der Einheit und der Brüderlichkeit. Dahinter steht das Bewußtsein, "Wir als Kongregation“ bilden eine Einheit, so daß Subjektivismus und Gruppenegoismus nicht aufkommen. In der Apostelgeschichte hieß es von Matthias: Daß er mit uns Zeuge des Auferstandenen sei!

P. General machte auf die Aufgabe des Kapitels aufmerksam. Wir haben Sorge zu tragen für das Ganze der Ordensgemeinschaft und nicht nur bestimmte Eigeninteressen zu vertreten. P. Dehon hat auf den Kapiteln von 1888 und 1919 zwei Dinge als wichtige Anliegen herausgestellt, die geistliche Erneuerung und eine gute Organisation mit guter Disziplin in den Kommunitäten. P. Zambetti, mit 97 Jahren der älteste Mitbruder in der Kongregation, rief vor dem Generalkapitel P. General an und sagte: "Was Ihr unbedingt verteidigen müßt, ist die Spiritualität und das soziale Engagement!“

Der geschichtliche Kontext des XX. Generalkapitels ist gekennzeichnet von den frohen Ereignissen des Pfingstfestes, des Dekretes zur "heroischen Tugend“ von P. Dehon, zur 100jährigen Evangelisierung von Zaire und die Feier des 50jährigen Bestehens von verschiedenen Provinzen oder Regionen (Portugal, Polen, Finnland, Mozambique u.a.). Die Tagesereignisse sind allerdings auch von schmerzhaften Ereignissen und Heimsuchungen gekennzeichnet in Zaire, in Albanien...Hier herrschen oft die Bedingungen des Marktes und des Konsums, was zur Folge hat, daß die Armen an die Wand gedrückt werden. Hier ist Abhilfe zu schaffen, indem die sozialen Anliegen der Menschen zu den unseren werden.

Drei große Blöcke von Themen sind auf dem Kapitel zu bearbeiten: Die gegenwärtige Situation der Kongregation gilt es anzuschauen. Der "Global-plan“ ist zu entwerfen für die kommenden Jahre, damit wir die Schritte für die Zukunft zum Wohl der gesamten Kongregation richtig setzen. Dann steht die Wahl der neuen Generalleitung für die nächsten sechs Jahre an. Auf dem Kapitel 1919 sagte P. Dehon, daß die Bearbeitung der Themen und Aufgaben zu geschehen habe "im Geist des Glaubens und unter Führung des Heiligen Geistes“.

Informationen über Zaire

Der Provinzial von Zaire, P. Matthias Hansen, berichtete über die aktuelle Situation in Zaire. Die Situation in Zaire ist politisch und ökonomisch unsicher und gefährlich. Sie Patres und Brüder mußten aus den Pfarreien fliehen und sich verstecken, um das eigene Leben zu retten. 12 Mitbrüder sind außerhalb des Landes. Die Mitbrüder leben noch und können sich einigermaßen "über Wasser“ halten. Die Magazine sind geplündert und leer, so daß man nicht einmal mehr Reis bekommt. Geld zu bekommen ist schwierig, da die Banken nicht funktionieren. So kann man noch nicht einmal das Personal bezahlen.

Große Unsicherheit herrscht auch in Kisangani. Es werden unverständliche Dekrete erlassen, dazu eine neue Währung, die niemand akzeptieren will. Mobuto und Cabila dienen mit ihren Anhängern nicht den Menschen, sondern unterdrücken sie. Das Gemeinwohl wird von keinem der beiden verbessert. Korruption ist an der Tagesordnung.

Die Wege sind gesperrt oder zerstört, auch Verkehrsmittel gibt es nicht, so daß unter den Mitbrüdern kein Treffen möglich ist.

Das Apostolische Projekt der Provinz soll auf die Herausforderungen des Landes antworten. Das hundertjährige Jubiläum der Evangelisierung Zairs wird vorbereitet. Vor allem die Ausbildung und Weiterbildung für das Volk ist angestrebt.

Innerhalb der Kommunitäten wird die Brüderlichkeit als ein wichtiges pastorales Ziel gesehen; alles soll allen gemeinsam sein: Gebet, Sachen, Fähigkeiten, Personen usw. Das "Sint unum“ ist hier Verpflichtung. Die Provinz hat 65 Mitglieder und 15 Kommunitäten.

Ein wichtiges Anliegen sind die geistlichen Berufe. Der Nachwuchs kommt. Jedes Jahr gibt es Priesterweihen. 14 Studenten, 6 Novizen und 5 Postulanten sind im Moment in der Ausbildung.

Die soziale Situation für die Bevölkerung ist sehr schlimm. Fast alle Strukturen sind zerstört. Da ist es hilfreich, in sozialen Werken sich der Menschen anzunehmen. Hauptsächlich zwei soziale Werke werden von der Ordensprovinz in Zaire geführt. P. Konigs kümmert sich um Behinderte und in "Saint Laurent“ werden Straßenkinder betreut, letzteres steht in der Verantwortung von P. Pross, der einer der Moderatoren des Kapitels ist. Dabei geht es vor allem auch darum, die Mitarbeiter in der aktuellen Situation zu stärken.

Die Jugendpastoral ist ein Schwerpunkt bei der Arbeit unserer Mitbrüder in Zaire. 65% der Bevölkerung ist unter 40 Jahre alt; vor allem den Jugendlichen muß eine gute Ausbildung gegeben werden, damit mit ihnen eine gute Zukunft aufgebaut werden kann.

Die Laien müssen für die Übernahme von Verantwortung vorbereitet werden. P. Hansen meint, alles was den Laien anvertraut werden kann, sollte man ihnen innerhalb von Pfarreien und politischer Verantwortung auch geben. Indem man näher an das Volk herangeht, kann ein Klima des Vertrauens wachsen. Dann kann man mit ihnen die Verantwortung teilen. Wir müßten weniger "Sakramentalisten“ sein, als vielmehr den Menschen im täglichen Leben begegnen, meint P. Hansen. Die Werte der afrikanischen Kultur müßten in der Ausbildung und Weiterbildung beachtet werden.

Die Strategie für die Zukunft: Die Mitbrüder in Zaire suchen Arbeiten, die unserer Spiritualität besser entsprechen. 14 von den jungen Mitbrüdern sind für Sonderausbildung bereitgestellt und aus der Pfarrarbeit abgezogen worden. Vor allem soll die Jugend der erste Adressat der Pastoral sein. Es geht um die Inkulturation unseres Charismas in diesem afrikanischen Land.

Ein spiritueller Tag: Besinnung auf unser Fundament

Donnerstag, der 15. Mai, war ein Tag mit spiritueller Ausrichtung für die Teilnehmer des Generalkapitels. P. General hatte es angedeutet, daß die ganze Kongregation das Generalkapitel mit ihrem Gebet begleitet. Der Generalobere der Unbeschuhten Karmeliten, P. Camilo Maccise OCD, machte mit dem nachsynodalen Schreiben zum Geweihten Leben das Fundament und die Sendung für uns Ordensleute deutlich. Er hielt eine Konferenz mit dem Thema "Die Sendung des Ordensmannes heute im Licht von Vita Consecrata“. Mit einem kurzen Gang durch die Ordensgeschichte machte er deutlich, daß in jeder Epoche, die Ordensleute auf ihre Weise auf Herausforderungen der Zeit und des Ortes geantwortet haben - und zwar im Lichte des Evangeliums. Dabei hat sich gezeigt, wenn man an den sozialen Brennpunkten und der Peripherie arbeitet, wo die Armen und die Notleidenden sind, da versteht man sich wie bei einer Simultanübersetzung - auch wenn man sonst verschiedene Sprachen spricht oder anderer Überzeugung ist.

Auf dem Treffen der Generaloberen zur Vorbereitung der Synode über das geweihte Leben wurden ganz unterschiedliche Modelle für das Ordensleben genannt. Doch es zeigte sich, daß der Aspekt der Gemeinschaft bei allen betont wurde. Es gibt nicht nur die Zeichen der Zeit, sondern auch die Zeichen des Ortes. Das hat wohl auch mit der Inkulturation des Evangeliums zu tun. Gottes Präsenz in der Welt entdecken und sichtbar zu machen, das Gesicht Gottes in den Mitmenschen, besonders in den Armen, entdecken, das ist schon Allgemeingut geworden - auch wenn man anfangs von Horizontalismus gesprochen hat. Das Ordensleben - als inkarnatorische Wirklichkeit gelebt - kann eine neue Kultur anstoßen, die den Menschen ernst nimmt und ihm Würde und Freiheit bringen kann. Der Dialog zwischen Glauben und Kultur ist da ein wichtiger Auftrag, der ernst genommen wird, wenn die Zusammenarbeit mit den Laien, die oft näher an der Alltags-Wirklichkeit sind, gelingt.

Man hat von unserem Jahrhundert gesprochen von einer "Epoche der Märtyrer“. Dazu hat es Gegenstimmen gegeben, die meinten, diese "Märtyrer“ seien mehr politischer Art gewesen. Doch wenn man genau hinschaut, haben die Märtyrer unseres Jahrhunderts ihr Leben eingesetzt für die praktischen Konsequenzen unseres Glaubens: Solidarität, Brüderlichkeit und für ein gerechtes Teilen der Güter. Man darf den Satz wagen: Heute kann man nicht zur Heiligkeit gelangen, ohne den Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden zu wagen. Das ist kein Horizontalismus.

Das Gebet ist Grundhaltung des Lebens, d.h. alles wird in engem Zusammenhang mit der gelebten Existenz gesehen. Mit den Augen Gottes die Wirklichkeit sehen und verstehen; in den Mitmenschen das Angesicht Christi entdecken und die uns umgebende Wirklichkeit werten im Licht des Evangeliums. So kommt man in eine kontemplative Haltung hinein, die Gott in die Mitte der Existenz rückt, in alle Beziehungen zum Nächsten und zur Welt. Dem Gebet in Gemeinschaft kommt hier bei der geistlichen Sendung eine besondere Bedeutung zu.

Wir leben in einer Zeit des Exodus, der Umkehr und der Suche nach neuen Formen und das verlangt kreative Neuerung unter vielen Aspekten besonders aber auf dem Feld unseres Einsatzes für das Evangelium. Exodus bedeutet hier den Abstand in Armut und Einfachheit einüben. Exodus und Umkehr beinhalten einen offenen Weg auf die Zeichen der Zeit und ihre Herausforderungen zu.

Die Kirche ist fast immer zu spät gekommen in der Geschichte. Darum sagte Bonhoeffer: Die Kirche muß mit ihrer Botschaft auf der Höhe der Zeit sein, mit ihrer Verkündigung, mit ihrem Engagement, mit ihren Formen der Verkündigung.

Aus der Diskussion mit dem Referenten

Man redet immer so schnell davon, wir müssen uns den "Armen“ zuwenden. Gilt diese Zuwendung nicht in demselben Maße den "Reichen“ und den anderen?

Die Adressaten des Evangeliums sind alle Menschen, die Armen und die Reichen, denn alle haben die Umkehr nötig und die Zusage der Frohen Botschaft. Eine gewisse Priorität haben die "Armen“ im Evangelium. Der Referent machte das mit einem Bild deutlich: Man kann die Realität anschauen "von oben her“, d. h. aus der Position der Macht, des Habens und des Wissens. Man kann allerdings die Wirklichkeit auch anschauen "von unten her“ und zwar aus der Position des Machtlosen, des Nichtbesitzenden, des Nichtwissenden. Die Wirklichkeit sieht dann - auch in der Erfahrung - oft anders aus.

Es gebe fünf Stufen, um sich den Armen zu widmen
1. Stufe: Sich den Armen zu nähern
2. Stufe: Mit den Armen zu arbeiten
3. Stufe: Mit den Armen zu leben und zu arbeiten
4. Stufe: Solidarität mit den Armen
5. Stufe: Inkulturation der Frohen Botschaft von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden

Der Referent sprach viel von der Inkulturation des Evangeliums, von der Versöhnung von Glauben und Wissen, von dem Dialog zwischen Christlicher Botschaft und anderen Kulturen. Im Zusammenhang mit dem Thema unseres Generalkapitels "Globalisierung“ stellt sich die Frage, ob es nicht zu kurz gegriffen ist...

Solidarität und Inkulturation als Ziele unserer Sendung führen wohl tiefer. Aber wir haben das Kapitel noch vor uns - der Heilige Geist wird Fenster und Türen öffnen und uns führen.

LOGO für das Generalkapitel

P. General hatte im Vorfeld des Generalkapitels einige Mitbrüder gebeten, ein LOGO für das Generalkapitel zu entwerfen. Der Vorschlag eines Mitbruders aus der Argentinischen Provinz hat allgemeine Anerkennung gefunden. Das LOGO ziert diesen INFO-Brief und erscheint auf allen Dokumenten des Generalkapitels. Die fünf violetten Striche in Kreuzesform stellen die fünf Erdteile dar, in denen wir als SCJ arbeiten. Oben ist ein rotes Herz zu sehen, das alles durchpulst und Leben gibt. Dann sehen wir in blauer Farbe die Andeutung von Wasser und Schiff, das gesteuert wird von der SCJ. In drei Sprachen sind die Worte an Schiff und Wasser geschrieben: "Wir - die Kongregation“.

Leider kann dieses schöne LOGO nur in Schwarz-Weiß auf unserem INFO-Brief erscheinen und ohne die Inschrift. Dieses LOGO gilt für die Zeit des Generalkapitels und seine Dokumente.

Bericht der Generalleitung



Am Freitag, den 16. Mai, begann P. General Bressanelli mit dem Bericht der Generalleitung über die vergangenen sechs Jahre seiner Amtsführung. Zur "Lage der Kongregation“ geht es um drei Teile: die Fakten und damit verbunden eine Situationsbeschreibung, die Vision und den prophetischen Blick für das Vorwärtsschreiten, die Herausforderungen und Perspektiven für die Zukunft.

Die "Politik“ der Generalleitung ist es in den sechs letzten Jahren gewesen, ein Team zu formen als Generalleitung. Dafür ist vor allem das 19. Generalkapitel so ausgewertet worden, daß Animation, Bemühen um Einheit und Leitung möglich wurden. Dann legte man die Hauptlinien der Animation und der Leitung gemeinsam und deutlich so fest, daß die Mitglieder der Generalleitung sich gut auskannten, um bei ihren Aufgaben in den Provinzen und Regionen Rede und Antwort geben zu können.

Das letzte Generalkapitel hatte zwei Herausforderungen angesprochen, in die die Kongregation hineingestellt ist. Die eine geht mehr nach innen und meint die Überalterung und Fragen der Leitung, die andere geht nach außen und betrifft unsere Sendung mit den Erfahrungen der Säkularisation und der Ungerechtigkeit. Hier stellt sich die Frage für die Kongregation: Wie begegnen wir diesen Herausforderungen als SCJ?

Zur Ausgangssituation der Generalleitung nach dem letzten Generalkapitel sagte P. Bressanelli: Außer einem (P. Adrian Borst) waren wir alle neu in dieser Generalleitung. Wir hatten eine gewisse Freiheit und Möglichkeit zur Kreativität, um neue Ideen in der Leitung zu verwirklichen. "Als ich zum Generalobern gewählt wurde, habe ich einige Zeit damit verbracht, die Dinge mit dem Herrn zu besprechen. Ich habe gesagt: Herr, Du mußt mir helfen, gib mir ein gutes Team für die Generalleitung. Er hat es getan, und ich danke ihm immer wieder dafür...dann nahm er P. Silvino Kunz durch Tod, und ich habe daraus gelernt. Dann wurde Antonio Braga Bischof auf den Azoren, und ich bekam Angst, Gott würde noch jemanden anderen holen und ihn vielleicht zum Bischof machen. Aber ich war froh, daß die Generalleitung sich erneuern konnte. Und ich danke denen, die bereit waren, die Vorgänger zu ersetzen. Es ist schwer, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen - aber die beiden haben es gut gemacht.“

Das zentrale und einende Prinzip ist die Evangelisierung. Die Generalleitung will der Kongregation helfen, ihren eigenen Weg heute zu finden und in ihrer Sendung - zusammen mit dem Volk Gottes - das Reich Gottes als eine Wirklichkeit zu verkünden, sichtbar zu machen und zu leben - und das gemäß unserem Charisma SCJ. Dabei geht es vor allem um Kreativität und nicht Konservierung, um Impulse und Ermutigung zu neuen Wegen. Vor allem geht es für uns als Kongregation immer um die Einheit. Nach dem Konzil hat eine Tendenz der Dezentralisierung eingesetzt, was eine größere Selbständigkeit der einzelnen Provinzen zur Folge hatte. So ist die Art der Leitung heute mehr auf das Bemühen um Einheit und Animation ausgerichtet.

Fünf große Richtlinien haben sich seit dem letzten Generalkapitel und dem pogrammatischen Brief der jetzigen Generalleitung herauskristallisiert:

Es wurde die Organisation rund um die Generalleitung vorgestellt und besprochen, z.B. das Archiv, das nach den modernen Möglichkeiten alle historischen Daten aus der Geschichte der Kongregation erfassen und aufarbeiten will, denn mit dem "Wir-Gefühl“ der Kongregation muß auch die Vergangenheit und eigene Geschichte lebendig und faßbar sein.

Das "Studienzentrum“ wurde angesprochen, aus dem in den letzten Jahren wichtige Persönlichkeiten verstorben sind: P. Bourgeois, P. Vassena, P. Manzoni. Im Moment arbeiten in diesem Zetrum hauptamtlich P. Perroux und P. Tessarolo. Es werden dringend junge und neue Kräfte erbeten.

In diesem Zusammenhang stellte der Provinzial der nordamerikanischen Provinz, P. John Czyzynski, ein neues Studienzentrum in Hales Corners, USA, vor: Das " Dehon Study Center“. Dieses Zentrum wird von P. P. J. McGuire geleitet und hat vor einigen Jahren seine Arbeit aufgenommen. Hier gibt es Möglichkeiten zum persönlichen Studium, aber auch Austausch über die Schriften des Stifters ist angeboten. P. McGuire hat einige Schriften des Stifters mit Kommentar veröffentlicht. Sie wurden in den USA sehr gut aufgenommen.

Die Arbeit der Generalkommissionen wurde vorgestellt. Arbeiten diese Kommissionen so effektiv, wie sie es könnten? Das war eine konkrete Anfrage. Wie ist ihre Arbeit in die einzelnen Provinzen zurückgebunden? Welche Autorität haben die Vorsitzenden dieser Kommissionen? P. Andrea Tessarolo vertrat die Kommission für "Spiritualität und Apostolat“ Das System der geographischen Präsenz ist nicht ganz zufriedenstellend. Soll die Kommission aus Experten bestehen?

P. Elio Dalla Zuanna stellte als Vorsitzender die Kommission "Justitia et Pax“ vor. Er wies darauf hin, daß eine ganze Reihe von Mitbrüdern in direkt sozialen Aufgaben tätig sind und notierte, daß das Bewußtsein für das soziale Engagement wachse. Wenn man auf die Kommunitäten blicke, gibt es einige, die qualifizierte soziale Aufgaben als Gemeinschaftsaufgabe wahrnehmen. Bei allen Treffen der Kommission sei das Thema des Neo-Liberalismus aufgekommen, mit dem man die Globalisierung der Wirtschaft mit inhumanen Mitteln in Ländern durchsetzen will, in denen wir arbeiten. Hier ist unser christliches Gewissen eingefordert, und wir als Ordensleute müssen eine Antwort geben. Von der Kommission wird vorgeschlagen, sie in ein "Sekretariat“ umzuwandeln, in dem die sozialen Fragen innerhalb der Kongregation gesammelt, koordiniert und ausgetauscht werden können, um dann wirksamer und schneller antworten und reagieren zu können. Es geht hier auch wieder um die Frage der Identität: Welche Aufgabe hat die Kommission? Wozu ist sie da, mehr zur Animation oder mehr zur Koordination?

P. Andrew Ryder stellte die bisherige Arbeit der Kommission für die Mission vor. Auch hier ist die Frage nach der Aufgabe des Vorsitzenden und dem Ziel der Kommission. Will er auf der Höhe der Wirklichkeit sein, muß er sich vor Ort kundig machen; andererseits soll er vor Ort in Rom für die Generalleitung arbeiten. Sollte das Anliegen der Mission nicht direkt in die Generalleitung eingebunden sein? Die Kommission könnte dann ein beratendes Gremium für die Generalleitung werden.

P. Oliviero G. Girardi, Postulator beim Vatikan für unsere Kongregation, gab einen Überblick über verschiedene "causae“, die im Moment als Seligsprechungsprozesse anhängig sind. Nach einem kleinen geschichtlichen Überblick verwies er auf die anstehenden Prozesse, die er zu bearbeiten und zu vertreten hat:

Diese beiden letzten Prozesse kommen ebenfalls an die Generalkurie in die Verantwortung des Postulators, wenn die Untersuchungen in der Diözese abgeschlossen sind und das Ganze an die entsprechende Kongregation in den Vatikan geht.

Gruppenarbeit

Am Nachmittag gab es Arbeit in acht verschiedenen Gruppen zu dem Thema: Wo hat die Generalleitung in den letzten sechs Jahren Hilfe gegeben? Welche Verbesserungsvorschläge sind für die Generalleitung zu machen? Im Folgenden wird nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Gesagten notiert.

Als positiv bewertet wurden im Allgemeinen die Visitationen von P. General, die er sehr persönlich und brüderlich durchgeführt hat. Hilfreich waren auch die Briefe, die an die besuchten Provinzen geschrieben wurden, wie auch die Briefe, die nach den Besuchen an die ganze Kongregation verschickt wurden. Man konnte sich einen kleinen Einblick verschaffen in die konkrete Situation der betreffenden Provinz oder Regio. Wegen der Dezentralisierung hat auch der General keine eigentlichen "Machtmittel“ in der Hand, um von Amts wegen Dinge durchzusetzen; hier kommt es auf das Charisma und die Durchsichtigkeit der Dinge an. Die Animation hat sich auf unsere Sendung konzentriert, hier besonders auf das soziale Anliegen, auf die Arbeit mit Jugendlichen, auf die Ausbildung und Weiterbildung und auf die "Dehonianischen Laien“. Gewürdigt und anerkannt wurde vor allem auch, mit welch einem Ernst die Generalleitung die Ergebnisse des letzten Generalkapitels studiert und sich zu eigen gemacht hat. Auch war die Generalleitung immer bestrebt, neue Möglichkeiten für die Sendung heute zu öffnen (siehe Osten, Philippinen, Indien...).

Unter anderem wurden auch Vorschläge für eine Verbesserung in der Leitung gemacht: Um den "Globalplan“ umzusetzen, hat die Generalleitung mehr Möglichkeiten in der Hand, die sie auch zusammen mit den Provinzen nutzen sollte. Das Bemühen um Einheit, das ja hinter dem Slogan steckt "Wir - die Kongregation“, müßte vertieft werden. Die "Globalisierung“ kann nicht geschehen, wenn sie nicht inkardiniert ist in die Realität der einzelnen Provinzen. Man spricht zwar oft von dem "sozialen Engagement“, aber die Personen bereitet man für eine solche Aufgabe nicht vor. Eine Visitation von P. General in sechs Jahren dürfte reichen, wenn die Generalleitung als solche am Leben der Provinz teil hat (z.B. an Versammlungen, Kapiteln, Jubiläen etc.).

Berichte aus den Provinzen und Regionen

Am Ende des Sitzungstages wurden einige Berichte aus den Provinzen und Regionen vorgetragen. Als Vorbereitung hatte jede Provinz/Regio einen Bericht zu machen und ein entsprechendes Symbol auszusuchen. Die Symbole variierten von professionell gemachten Videos (Süd-Brasilien) bis hin zu einer einfachen, aber ausdruckstarken, Zeichnung (Madagaskar). Die Symbole machten aber schon die Grundstimmung, die Hoffnungen und die Sorgen einer Provinz/Regio deutlich.

Der niederländische Provinzial brachte ein Puppe mit, die wie eine Großmutter aussah. "Wir fühlen uns wie diese alte Frau“, sagte er zur Erklärung. "Die Kinder sind erwachsen geworden und leben ihr eigenes Leben. Wir leben in einem Haus, das jetzt zu groß ist für uns, und wir kümmern uns um uns selbst in unserem Pensionsalter.“ Die Niederländische Provinz hat bei der Geburt vieler Provinzen Pate gestanden. Jetzt haben sie keine Berufe mehr. Der Provinzial meint auch, daß es nicht recht sei, in dieser Situation junge Menschen aufzunehmen. "Wenn jemand mit Berufung zu uns kommt, werden wir ihn ermutigen, in eine andere Provinz einzutreten.“ Es ist nicht so, daß die Niederländer die Kongregation in Nordeuropa sterben lassen wollen; sie möchten sie vielmehr neugeboren sehen mit jüngeren Ordensleuten und mehr angepaßt an die heutigen Bedürfnissse und Fragen.

Andere Provinzen sprachen über Veränderungen in der Ausbildung. So teilte die US-Provinz mit, daß sieben der 12 Kandidaten Vietnamesen sind. Die Provinz muß in ihrer Ausbildung besser andere Kulturen berücksichtigen und sie auch entsprechend in ihren Kommunitäten aufnehmen.

P. Rino Venturin von der Kommunität der Philippinen sprach davon, daß die Ausbildung des Nachwuchses nun auch auf den Philippinen begonnen habe. Nach eingehender Diskussion haben sich die Mitbrüder auf den Philippinen geeinigt, daß die Ausbildung auf den Philippinen geschieht, nicht in vorhandenen Instituten in Übersee. "Wir möchten nicht, daß sie ihrer eigenen Kultur und ihrem Volk entfremdet werden“, sagte P. Rino. Das neue Ausbildungshaus wird in diesem Jahr eröffnet und beginnt mit drei Postulanten. Auf die internationale Zusammensetzung der Kommunität hin angesprochen, sagte P. Rino: "Es ist nicht so einfach, aber wir möchten es auch nicht ändern. Es ist ein Teil unserer Identität.“ Im Moment sind sechs Provinzen in den Philippinen vertreten.

Zusammensetzung des Generalkapitels

Im Augenblick zählt die Kongregation 2301 Mitglieder. Hier zeigen sich zum einen die Einheit im Geiste, zum anderen aber auch die unterschiedlichen Situationen und Kulturen. Die Zusammensetzung des Generalkapitels besteht aus 77 Kapitularen mit Stimmrecht: 8 Mitglieder der Generalkurie, 22. Provinziale, 6 Regionalobere und 41 Delegierte aus den Provinzen. Auf Vorschlag der Provinziale waren der Obere der Kommunität Madagaskars und der Obere der Kommunität der Philippinen eingeladen worden. In einer geheimen Abstimmung haben die Kapitulare beide mit großer Mehrheit mit vollem Stimmrecht zum Generalkapitel zugelassen. So sind es jetzt im ganzen 79 stimmberechtigte Mitglieder des Kapitels.

Außerdem nehmen am Kapitel teil die Vorsitzenden der Kommissionen von "Spiritualität und Apostolat“ (P. Andrea Tessarolo) und "Justitia et Pax“ (P. Elio Dalla Zuanna). Es sind in der ersten Woche des Kapitels auch 8 Repräsentanten der "Dehonianischen Familie“ anwesend. Der erste Delegat der Provinz Zaire hat nicht ausreisen können, dafür ist der Vertreter auf dem Kapitel.

P. Paul Birsens, Provinzial der luxemburgisch-wallonischen Provinz, fehlt noch aus Krankheitsgründen; er mußte plötzlich in Deutschland ein Krankenhaus aufsuchen und wurde operiert. In derselben Situation ist P. Mahkweliha, der Obere von Mozambique, auch er ist krank. Der Obere der Kommunität von Indien, P. Rizzardi, ist mittlerweile auch eingetroffen. Aus Spanien und Indonesien sind die Vertreter der Delegaten gekommen.

Notizen aus SÜDAFRIKA

Die südafrikanischen Bischöfe, 27 an der Zahl, sind augenblicklich zu einem ad limina Besuch hier in Rom. Bischof Dr. Fritz Lobinger (Aliwal) und Bischof Joseph Potognac (De Aar) haben in unserem Generalat einen Kurzbesuch gemacht. Bischof Lobinger konnte die Verwaltung der Diözese Umtata jetzt an einen neuen Bischof abgegeben. Dieser neue Bischof ist Dr. Oswald Hirmer, der auch in der Diözese Aliwal gearbeitet hat und ursprünglich aus der Diözese Regensburg kommt. Bischof Lobinger ist froh, die Verwaltung von Umtata abgeben zu können, damit er sich wieder ganz seiner Diözese Aliwal widmen kann.

Dehonianische Laien


Wir können in diesen kurzen Briefen immer nur Streiflichter aus dem Kapitel aufleuchten lassen, denn das Programm ist sehr dicht und die Gespräche in den Gruppen und dazu die Diskussion im Plenum vermehren das geschriebene Programm noch.

Am Samstag, den 17. Mai, hatten die Vertreter der "Dehonianischen Familie“ im Kapitel das Wort. Es waren 8 Vertreter anwesend, Männer und Frauen aus den USA, Irland, Italien, Portugal, Spanien, Argentinien, Polen. P. General bezeichnete die Existenz der Dehonianischen Familie als ein Faktum, ein Zeichen und zugleich als einen Reichtum für die Kongregation, auch wenn diese Bewegung der "Dehonianischen Familie“ noch nicht in allen Provinzen begonnen hat. Der Begriff "Dehonianische Familie“ ist der umfassendere; hier gehören auch die "Dehonianischen Laien“ hinein. Der Begriff der Dehonianischen Familie ist von der jetzigen Generalleitung gebraucht worden.

Die "Compagnia Missionaria del Sacro Cuore“ wurde 1957 von P. Albino Elegante SCJ in Bologna in Italien gegründet und hat heute 95 Mitglieder. Es sind Frauen, die die Gelübde der Keuschheit, der Armut und des Gehorsams ablegen. Sie leben nach der Spiritualität P. Dehons die Hingabe Christus in seiner Verfügbarkeit an Gott und an die Menschen. Dies ist ein Säkularinstitut. Hier sind auch "Familiares“ angeschlossen, verheiratete Männer und Frauen, auch Priester, die ohne die Verpflichtung zu den Gelübden die Spritualität von P. Dehon leben und die Sendung SCJ mittragen. (vgl. Dehoniana XX. Jhrg. Nr 79, 1991, 1.)

Im Bereich der süditalienischen Provinz gibt es die "Dehonianischen Laien“, zu denen verheiratete und unverheiratete Laien gehören, aber auch einige Priester zählen sich dazu; es sind ungefähr 500 an der Zahl. Sie organisieren sich selbst, haben regelmäßig vier Treffen im Jahr und versuchen die Spiritualität von P. Dehon in einem konsequenten Lebenszeugnis zu verwirklichen.

In Schottland, England und Irland gibt es seit 1990 sechs kleinere Gruppen von "Dehoniani-schen Laien“, die in den verschiedensten Aufgaben tätig sind, von der Suppenküche über spirituelle Programme bis hin zu pastoralen Aufgaben in Pfarreien.

Für Polen präsentierte Prof. Dr. Pawel Gach eine Gruppe der "Laici Dehoniani, die aus den Wohltätern der SCJ herausgewachsen ist. Zu ihnen zählen verheiratete und unverheiratete Mitglieder. Prof. Gach lehrt an der Universität Lublin Geschichte und ist Vater von drei Kindern. Auf dem Provinzkapitel 1996 sind die Statuten bestätigt worden.

In Nordamerika, d.h. Englisch-Canada, Französisch-Canada und USA, gibt es eine Dehonianische Familie. Diese drei Provinzen arbeiten in diesem Anliegen der Dehonianischen Familie zusamen. Es gibt einen Austausch zwischen den Laiengruppen und den SCJ. Eine Reihe von Instituten, die zur Kongregation gehören, werden von Laien geleitet. 1996 hat die Provinzleitung der USA einen Direktor für die angeschlossenen Laien bestellt, P. Anthony Russo SCJ. Es gibt in den USA drei Gruppen von Laien, die sich zur Dehonianischen Familie zählen.

Seit den fünfziger Jahren gibt es in Norditalien schon einzelne Gruppen der "Laici Dehoniani“. Sie haben jeweils ihr eigenes Gesicht und sind in den verschiedensten Bereichen tätig, in der Bildung und Ausbildung, in spirituellen und sozialen Aufgaben, meistens angeschlossen an Werke der Kongregation. Sie teilen die Spiritualität SCJ und sind bereit, sich näher an die Sendung der SCJ anzuschließen. Dabei orientieren sie sich an dem ersten großen internationalen Kongress der Dehonianischen Laien von 1990, der in Rom stattfand. In der Zwischenzeit haben sich andere Gruppen Dehonianischer Laien gebildet. Sie versuchen ihr Lebenszeugnis nach dem Dehonianischen Charisma auszurichten. In Verbindung mit SCJ-Kommunitäten werden geistliche Tage abgehalten, es wird über die Spiritualität gesprochen, über die Frage der Berufungen nachgedacht, gemeinsam gebetet...So sind Verbindungen und gegenseitige Begleitung gewachsen. Die Kongregation hat sich herausfordern lassen durch diese Wirklichkeit und einen Verantwortlichen beauftragt, der das Ganze begleitet. Dazu wurde eine gemischte Leitungsgruppe gegründet, die aus Ordensleuten SCJ, aus Laien und aus den "Geweihten“ CM besteht. Die "Dehonianischen Laien“ haben für sich ein Programm aufgestellt, eine Art "Direktorium“, wo ihr Selbstverständnis dargelegt ist.

Der Vertreter von Argentinien betonte, daß die "Dehonianischen Laien“ eine selbständige Organisation sind und aus der Realität der Arbeitswelt und aus dem Alltag der Jugendlichen heraus entstehen. Dehonianer zu sein, ist ein bestimmter "Lebensstil“. Es gibt einen guten Austausch mit den SCJ, die aber nicht immer die Anliegen der DL verstehen. "Wir sind nicht eine Gruppe mehr in der Dehonianischen Familie, sondern wir stehen, wo wir stehen!“ sagte Horacio Properzi. Probleme haben sie noch mit den Finanzen und mit der Ausbildung und Weiterbildung. Ziele, die angestrebt werden von den DL: Einen "Tag der Laien“ einführen, Kriterien für die Zugehörigkeit zur Dehonianischen Familie erarbeiten, Umsetzen der sozialen Fragen im Lichte des Evangeliums. Zusammengefaßt könnte man als Intention der DL angeben: nach dem Beispiel P. Dehons mit Engagement leben für das Reich Gottes.

Nach dem Vorstellen der einzelnen Gruppierungen aus den verschiedenen Ländern ging es in den Austausch der einzelnen Gruppen. Die Fragestellung war hier: Wie kann man die Dehonianische Familie (DF), die schon eine Wirklichkeit in der Kongregation ist, weiterentwickeln und verbessern? Dabei sollten Orientierungspunkte, Strukturen und Perspektiven besprochen und angegeben werden.

In der Gruppenarbeit wurde festgestellt: Einige Provinzen haben schon gute Fortschritte mit den "Dehonianischen Laien“ gemacht, andere haben noch nicht begonnen. Die Gruppen in der Dehonianischen Familie greifen Schwerpunkte aus unserer Spiritualität auf und setzen das in einem konkreten Apostolat um. Wir stehen noch in einer kritischen Phase der Suche und Orientierung deshalb sollte man den Prozesscharakter nicht durch zu frühe Strukturen einengen. Es gilt genau hinzuschauen, was bei den Menschen lebendig ist, die sich bildenden Gruppen begleiten und sie kritisch befragen.

Es bestand Klärungsbedarf bezüglich der Terminologie: "Dehonianische Familie“ ist der umfassendere Begriff und wurde von der jetzigen Generalleitung eingeführt, weil man einen "offenen" Begriff wünschte ohne juridische oder strukturelle Festlegung. Zum Begriff "Familie“ erklärte P. General, er sei offen auf "Brüder“ und "Schwestern“ hin. Die Ordensmitglieder SCJ sind die ersten in dieser DF und wir haben die Bestätigung der Kirche (Charisma, Spiritualität, Lebensregel) für diesen dehonianischen Weg. "Vater“ der DF ist P. Leo Dehon. Die SCJ teilen ihre geistliche Erfahrung mit den Dehonianischen Laien und nehmen den Dienst der kritischen Unterscheidung, der Begleitung und der Formation wahr. "Dehonianische Laien“ ist unter den Dachbegriff DF einzuordnen. Strukturen werden von den SCJ nicht vorgegeben, denn die Laien organisieren sich selbst. Die SCJ stehen im Dialog und lebendigen Austausch von Erfahrungen mit dem Charisma Dehons. Die Spiritualität muß immer wieder neu überprüft werden (Christologie, Ekklesiologie), damit es keine exklusive Spiritualität wird.

P. Chiarello faßte das Anliegen der DF kurz so zusammen:

  1. Zur DF gehören die "Söhne P. Dehons“, die SCJ und alle, die das Charisma P. Dehons leben. Zusammenarbeit mit den SCJ allein genügt nicht, um zur DF gezählt zu werden.
  2. Es gibt verschiedene Berufungen innerhalb der DF: Priester und Brüder mit Gelübden, Laien mit Versprechen (Consecrati), Laien verheiratet oder nicht.
  3. Formation und Weiterbildung in der Spiritualität SCJ und im Charisma Dehons.

Am 22. Mai verabschiedeten sich die Vertreter der verschiedenen Gruppen der Dehonianischen Familie mit einem kurzen Statement von den Mitgliedern des Generalkapitels. Die Verbindung wird weiterhin bleiben und wachsen.

Am Abend vorher hatte der Obere von Frascati zum Schlachten und Verspeisen eines Spanferkels eingeladen. Die Gastfreundschaft der italienischen Mitbrüder hatte Keller und Küche geöffnet. Es war ein gelungener Abend der Begegnung und Freude.

Nachtrag: Zum Thema Charisma

Aus der Diskussion mit P. Maccise OCD: Um die richtigen Aufgaben für die Ordensgemeinschaft zu definieren, braucht man den richtigen Schlüssel, und das ist eine regelmäßige Überprüfung des eigenen Charismas und der entsprechenden Spiritualität. P. Maccise verglich das Charisma einer Ordensgemeinschaft mit einem Glas Wasser. Das Glas, das das Wasser hält, kann wechseln, aber das Wasser darin bleibt dasselbe. Wir müssen das Wasser behalten, aber den Becher wechseln, wenn es notwendig ist. Das Charisma bleibt, aber der Stil, die Methode, die Art und Weise das Ordensleben umzusetzen in Antwort auf die Herausforderungen der Zeit, wechselt. So müssen wir unser Charisma z.B. lesen im Lichte der neuen Theologie und mit den Zeichen der Zeit. Das bedeutet "re-lecture“ des Charismas und der Spiritualität. Auf unserem Weg ist eine "regelmäßige Auswertung“ und Überprüfung notwendig für das, was wir leben und tun.

Im Zusammenhang mit der Frage nach der richtigen Leitung und einer guten Organisation wurde das thomasische Wort gebraucht: "Ubi ordo deficit, caritas non sufficit!“

Berichte aus den Provinzen, Regionen und Kommunitäten


Englisch Canada

Als Symbol brachte der Provinzial der Englisch Canadischen Provinz, P. McKenna, die Figur des auferweckten Lazarus. Jesus sagt zu den Leuten: Bindet ihn los von den Leinentüchern, damit er seinen Weg im Leben gehen kann. Jeder in der Provinz hat eine Ausbildung und feste Aufgabe. Alle leben in einer Kommunität und leben von ihrem Einkommen. Neben der Arbeit um geistliche Berufungen gibt es eine enge Zusammenarbeit mit den anderen zwei Nordamerikanischen Provinzen. Im Gespräch ist die Spiritualität der SCJ und die Umsetzung für heute.

Südbrasilien

Der Provinzial P. Osnildo Klann präsentierte seine Provinz mit einer Videocasette. Weltkarte, Bibel und eine brennende Kerze sind Symbol für die Provinz. Die Provinz ist offen für die Lokalkirche und andere Aufgaben. Sie fühlt sich eingebunden in all die Problematik, die in der Kirche und des Ordenslebens in ihrem Umfeld vorhanden ist. Das soziale Engagement versteht sich in der Provinz von selbst.

Flämische Provinz

Der flämische Provinzial, P. Marcel Grondelaers präsentierte die flämische Provinz ohne besonderes Symbol. Die Provinz hat noch 49 Mitglieder, die in Brüssel (Missionsprokura), in Loppem (Exerzitien, Einkehrtage), Tervuren (Schule) und in einigen Pfarreien arbeiten. Einige Mitbrüder sind in Missionsgebieten tätig. Wie alle Provinzen in Nordeuropa spüren die Mitbrüder in der flämischen Provinz die Säkularisierung um sich herum, dazu die Überalterung. Die Delegierten der Flämischen Provinz sind uns bekannt: P. Van der Elst und P. Ludo Loyens.

Madagaskar

Als Symbol malte der Vertreter der Kommuntät Madagaskar, P. Pasquale Marinucci, drei große Steine, auf denen eine Tischplatte liegt. Die drei Steine symbolisieren die drei "Träger“, die in Madagaskar vertreten sind: Süditalien, Portugal und Madagaskar. Es gibt jetzt 17 Patres, 4 Brüder und 12 Scholastiker, 3 Brüder in der Ausbildung. Vorübergehend leben 3 Brüder aus der portugiesischen Provinz in der Kommunität. Der juridische Status der Kommunität von Madagaskar ist nicht ganz normal, denn die Mitbrüder gehören zu drei verschiedenen Oberen. Hier wünscht man sich bald eine einfache Regelung juridischer Art.

Cameroun

Cameroun ist die jüngste Provinz-Gründung in unserer Kongregation und die dritte in Afrika. Als Symbol für die junge Provinz stellte der Provinzial P. Conrath eine Palme vor. Die Palme wächst langsam, fördert die Gesundheit und ist ein zeichen von Vitalität. Es gibt hier eine starke Zusammenarbeit zwischen Cameroun, Zaire und Mozambique und Madagaskar. Das Noviziat in Cameroun mit Zaire und Madagaskar, das Scholastikat in Cameroun zusammen mit Zaire und Mozambique, die Philosophie ist normalerweise in Zaire, allerdings ist hier die Situation im Moment sehr unsicher. Pfarreien wurden übernommen, um dem Volke nahe zu sein. Bauend auf die Einladung Jesu zur Einheit, vereint in der Hingabe an Christus, wollen die Mitbrüder im Dienste der Einheit und der Versöhnung arbeiten in brüderlichen Kommunitäten.

Südafrika

P. Adam Musialek, der Provinzial, präsentierte ein Symbol für seine Provinz: Eine Elipse rund um die Karte Südafrikas und in der Mitte ein Diamant, ein Zeichen der Einheit, die sie aufzubauen suchen. Unsere Südafrikaner sind sich bewußt, im Prozess des Globalplanes von einer "Missionars Mentalität“ loszukommen, die sie weiterhin in der Abhängigkeit von der deutschen und der amerikanischen Provinz hält. Es muß das Bewußtsein, eine selbständige Provinz zu sein, noch wachsen. Es ist eine junge Provinz; die meisten Mitglieder sind unter 40 Jahre alt. Da es eine internationale Gruppe ist, verstehen sie vielleicht besser die Internationalität der Kongregation. "Wie wir empfangen haben, so möchten wir auch geben, und ich glaube, wir haben der Kongregation vieles zu geben“, sagte P. Adam. In einer sechsjährigen Planung wollen sie die Zusammenarbeit mit den Mitbrüdern SCJ in Mozambique und anderen afrikanischen Provinzen aufbauen. Denn sie spüren die Notwendigkeit, über den ländlichen Bezirk hinaus ihre Tätigkeiten auszubauen.

Das Leben der Kongregation Ihr Leben und ihr Dienst

Am Montag, 19. Mai, und Dienstag wurde der zweite Teil des Berichtes der Generalleitung von den einzelnen Generalräten vorgestellt. P. Bernard Rosinski hatte zuvor einige statistische Angaben zum Stand der Kongregation und ihrer Entwicklung in den letzten sechs Jahren gegeben.

Mit einem Durchschnittsalter von 24,4 Jahren legen die jungen Mitbrüder ihre Profess ab. Dabei liegen die Brüder bei einem Durchschnitt von 27,6 und die Kandidaten zum Priestertum bei 24,1 Jahren. In den vergangenen sechs Jahren haben 302 Mitglieder die Kongregation verlassen. 75% davon hatten noch keine 10 Jahre Gelübde. 75% gehen weg, bevor sie 35 Jahre alt sind. Dies sind Zahlen, die nachdenklich machen und nach den Gründen fragen lassen.

Vier Provinzen haben ein Wachstum zu verzeichnen und machen zusammen 32% der Mitbrüder mit Ewigen aus, 73% der Ordensmitglieder mit zeitlichen Gelübden und 57% der Novizen. Das größte Durchhaltevermögen zeigen die Provinzen Portugal (67%) und Polen (56%), das niedrigste Durchstehvermögen haben Indonesien (38%) und Südbrasilien (29%). Es ist eine Verschiebung innerhalb der Kongregation eingetreten. Bisher haben wir eher in einem Westeuropäischen Kulturraum unsere Schwerpunkte gehabt; jetzt beginnt die Präsenz in Asien und in Afrika stärker zu werden. Auch in Lateinamerika wächst die Zahl der einheimischen Berufe. Besonders in der Altersklasse zwischen 35 und 55 Jahren klafft eine große Lücke bei den Mitgliedern. Dies entspricht der Ausbildungszeit kurz nach dem Konzil, die ja eine Zeit der Krise und der Erneuerung war.

Berichte: Provinzen - Regionen - Kommunitäten

Argentinen-Uruguay

Der Provinzial brachte als Symbol einen Becher mit Mate-Tee mit, ein Produkt, das im Becken des Rio de la Plata wächst und vier Länder berührt: Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay. Es ist ein Zeichen der Freundschaft, der Brüderlichkeit und des Teilens von menschlichen und christlichen Werten. Für ihren Weg haben sie zwei Werte der lateinamerikanischen Kirche aufgegriffen: Gemeinschaft und Beteiligung. Gemeinschaft in den Projekten: Die Provinz hat ein Provinzprojekt mit der Basis erarbeitet. Jede Kommunität bringt ihr Spezifikum in dieses Provinzprojekt ein. Gemeinsamkeit auch bei den Gütern: Man versucht einen gemeinsamen Fonds zu gründen für die Leute und für den Unterhalt der pastoralen Werke. Das zweite Stichwort Teilnahme will sagen: Teilen mit dem Volk, besonders mit den Armen und Ausgegrenzten, wie das Evangelium und der Stifter es sagen. "Beim Volke stehen“ ist das Anliegen, aber ohne jeden Paternalismus und Caritativismus. Die Provinz hat drei Missionare in die Philippinen geschickt. Im Moment ist die Provinz dabei, die Regio Uruguay einzuführen. Die Provinz besteht aus 50 Mitbrüdern, die in 13 Kommunitäten leben.

Die Britisch-Irische Provinz

brachte als Symbol eine Rose mit. Die Mitbrüder sind in drei Ländern vertreten: England, Schottland und Irland. In allen drei Ländern arbeiten Verantwortliche in der Pastoral der Berufung. Die Arbeit mit und unter der Jugend wird besonders aktiv aufgegriffen. Die Provinz besteht jetzt 50 Jahre, hat 35 Mitglieder, 1 Novizen, 1 Postulanten, 1 Diakon. Einige polnische Mitbrüder werden wahrscheinlich noch dazu kommen. Das Anliegen der Dehonianischen Laien wird sehr engagiert angegangen in der Provinz. Die Provinz hat ihr Formations-Haus in Dublin geöffnet für alle Studenten SCJ und sie entwickeln sich langsam zu einem Studienzentrum; es gibt viele kirchliche Kollegien und sehr verschiedene andere Kurse in der Stadt. Hier in Dublin könnte man gut ein Sabbatjahr machen - der Provinzial lädt dazu ein.

Nordbrasilien

Der Provinzial präsentierte einen Kaktus als Symbol der Provinz. Der Kaktus überlebt auch nach 5 Jahren Trockenheit. Mit 50 Mitgliedern ist die Provinz in einer der ärmsten Regionen in Brasilien präsent, in Nordost. Der Kaktus behält seine Vitalität auch bei großen Lebensschwierigkeiten; die Provinz hat ihre Probleme konkret darin, daß es eine große Generationslücke zwischen den Alten und den Jungen gibt. Einige Mitbrüder leben distanziert von der Provinz. Trotz mancher Bemühungen, die gemacht wurden in den letzten Jahren, leben 15 Mitbrüder allein. Und doch - wie beim Kaktus - gibt es Leben innerhalb der Kommunitäten, in den letzten 25 hat kein Mitbruder sein Priestertum aufgegeben, in der Krisis nach dem Konzil hat man nicht aufgegeben, an der wertvollen Präsenz der SCJ im Nordosten Brasiliens festzuhalten. Deshalb hat man auch nie das Bemühen um geistliche Berufe aufgegeben. 28% der Mitglieder in der Provinz sind unter 25 Jahre. Das macht es auch möglich, in Uruguay präsent zu sein und gleichzeitig in Ecuador eine Mission zu eröffnen. "Unser Auftrag ist es, von unserer Armut anderen etwas mitzuteilen!“ sagte der Provinzial. Und so hatte er für alle Kapitulare ein Programm seiner Provinz mitgebracht und für einige Mitbrüder, die eine Nummer auf ihrem Exemplar fanden, hatte er auch noch ein kleines Geschenk dabei. Ich bekam einen kleinen brasilianischen Sonnenschirm.

Französisch Kanada

Der Provinzial, Maurice Légaré, nahm das Symbol einer Schneeflocke und erzählte die Fabel von der Kohlmeise und der Taube. Wie viel wiegt eine Schneeflocke? Nichts - so meint man. Doch die 3.751.925. Schneeflocke ließ den Ast brechen, auf dem die Kohlmeise saß. Die Fabel auswertend meinte Légaré, die Ordensgemeinschaft wäre nicht dieselbe ohne die französisch kanadische Provinz. Die Provinz hat nur 8 Mitglieder, die in Unterricht, Exerzitien und Zusammenarbeit mit den Laien tätig sind. Als soziales Werk betreuen die Mitbrüder im "Dehon-Haus“ Aidskranke. In den Bereichen ihrer Tätigkeit versuchen sie für sich selbst und für die Laien, die mit ihnen arbeiten, den Geist P. Dehons lebendig zu halten. Zwei bezeichnende Ereignisse: Auf dem Provinzkapitel 1995 haben die Mitbrüder entschieden, in Quebec sich als Dehonianer besonders für den Menschen und seine Würde einzusetzen; denn die Gesellschaft dort wird älter und ärmer, die Regierung ist neoliberalistisch eingestellt. Der Erzbischof von Quebec hat hier schon von "Apartheid“ gesprochen. Das Zweite ist die konkrete Zusammenarbeit mit den beiden anderen nordamerikanischen Provinzen mit dem Ziel einer größeren Integration, bei Achtung der eigenen Identität.

Chile

1991 ist Chile eigene Provinz geworden. Die holländische Mutterprovinz ist noch präsent in der jungen Provinz. Die Mitbrüder gehören drei Nationalitäten an:16 Holländer, 2 Luxemburger, 10 Chilenen, die in acht Kommunitätn wohnen. Die Betonung des Gemeinschaftslebens steht für die Provinz im Vordergrund. Dazu kommt ein lebendiges Bewußtsein für ein Leben in Armut, für die Vereinfachung der Strukturen und für die Pastoral der geistlichen Berufung, für die das Umfeld nicht gerade offen ist, wie die Resultate zeigen. Eine gut ausgerüstete Pfarrei haben die Mitbrüder dem Bischof zurückgegeben und sind mit zwei Kommunitäten umgezogen in eine weit entlegene Zone, auf der Insel Chloé in der Diözese Ancud, und haben hier in enger Zusammenarbeit mit 6 Ordensleuten ein Kolleg eröffnet und eine Pfarrei übernommen. Das hilft Spannungen abbauen zwischen Chilenen und anderen Nationalitäten. Der missionarische Geist zeigt sich: man träumt davon nach Ecuador und Brasilien-Maranhao zu gehen.

Neues Engagement

Die polnische Provinz hat neue Aufgaben übernommen in Weißrußland mit 9 Pfarreien und einem Kloster. Hier arbeiten 10 Mitbrüder. Die wirtschaftliche und politische Situation ist aber unsicher. In Moldawien arbeiten 5 polnische Mitbrüder in 4 Pfarreien. Die pastorale Infrastruktur fehlt in diesem Lande ganz; es gibt keine Kirchen, geordnete Pfarrarbeit ist bis jetzt nicht vorhanden. Es muß alles erst aufgebaut werden. Die polnische Provinz denkt daran, auch in die Ukraine zu gehen wegen der Nähe zu Moldawien und einer möglichen Zusammenarbeit und Unterstützung. In der Slowakei arbeiten 2 polnische Mitbrüder, eine Kirche ist im Bau und ein "Haus der Berufung“ besteht schon.

In Albanien hat sich die süditalienische Provinz eingesetzt. Pastoral der geistlichen Berufung ist ein Schwerpunkt und es gibt auch schon Interessenten. Ein Haus ist schon vorhanden.

Frankreich

Als Symbol brachte der Provinzial, P. Deptula, Geometrische Figuren in Schwarz und Weiß, um positive und negative Ereignisse innerhalb der Provinz anzudeuten. Unter den negativen Aspekten wurde das Schließen verschiedener Häuser im Laufe der Jahre genannt, dazu das Verschwinden einer Reihe von Mitbrüdern. Mit dem Selbständigwerden von Cameroun ist die Zahl der Mitbrüder noch mehr geschmolzen in Frankreich. Als positive Zeichen werden gewertet das interprovinzielle Ausbildungszentrum in Brüssel, die Präsenz von jungen Leuten in der Bewegung "Junge Dehonianer“, die Eröffnung eines Hauses der Begleitung und Prüfung für junge Leute in Paris, die Renovation des Hauses in Mougins, eine neue Präsenz in Amiens, die Verlegung des Provinzialates und der Missionsprokura in Paris. Im Moment sind in der Französischen Provinz 61 Mitbrüder und 3 Novizen. Der eine oder andere Mitbruder lebt ohne direkten Bezug zu einer Kommunität. Zwei Punkte sprechen zu Gunsten der Provinz: Eine privilegierte Beziehung zu den nordeuropäischen Provinzen und eine ganz besondere zu der Luxemburgisch-Wallonischen Provinz. Hier soll es eine immer weitere Annäherung geben an die beiden Provinzen; kulturell-sozial, geographisch sind sich beide Provinzen schon nahe; der Provinzökonom ist beiden gemeinsam, es gibt einen regelmäßigen Austausch unter den Provinzleitungen. Man plant eine sukzessive Fusion und in einigen Jahren einen Provinzial für beide Provinzen gemeinsam.

Luxemburgisch-Wallonische Provinz

Diese Provinz wartet immer noch auf ihren erkrankten Provinzial, P. Paul Birsens, der noch zum Kapitel kommen will. Die Provinz hat 39 meist schon ältere Mitglieder, die aber fast alle noch im Dienst stehen. Als Symbol wurde von dem Delegierten der Provinz ein alter Baum präsentiert, der aber noch von lebendigem Grün umgeben wird, in dem viele Vögel nisten können. Die Provinz sieht mit allem Ernst ihre Realität an und sucht ihr mit der Zusammenarbeit der französischen Provinz zu begegnen. Diese spezielle Zusammenarbeit wird in den kommenden Jahren auch ihre juridische Form bekommen.

Süditalien

Die süditalienische Provinz präsentierte ein Symbol mit einem offenen Herzen über einem offenen Meer. So wird die Offenheit des Herzens symbolisiert, die sich auf verschiedene Art in den Menschen und bei der Ordensprovinz zeigt. Die missionarische Offenheit zeigt sich konkret in der Öffnung in Madagaskar und in Albanien. Es sind die "zwei Lungen“ die die Provinz beatmen und ihre Einsätze in der Heimat und bei der Pastoral der geistlichen Berufung motivieren.

Spanien und Regio Venezuela

Die spanische Provinz präsentierte ein gut gemachtes Video über die Ursprünge, die Geschichte und die heutigen Aktivitäten der Mitbrüder in Spanien und in der Regio Venezuela. Spanien ist eine blühende Provinz, voller Leben und Aktivität. Die Provinz denkt daran, in Ecuador etwas zu übernehmen; damit greifen die spanischen Mitbrüder einen Gedanken auf, der schon zu Beginn der Kongregation lebendig war, aber nicht in die Tat umgesetzt werden konnte.

Regio Finnland

Im Juli dieses Jahres feiert die Regio Finnland ihr 90jähriges Bestehen. 1907 hat P. Leo Dehon das erste Mal Finnland besucht und entschieden, einige Mitbrüder dorthin zu schicken, um eine Kommunität zu gründen und sich dem Apostolat der Katholiken zu widmen. Im Moment gibt es 6.800 Katholiken im Land. Die Kommunität ist international. Seit dem 10. Januar dieses Jahres hat die polnische Provinzleitung die Verantwortung für die Regio Finnland übernommen. Vorher stand sie unter niederländischer Leitung. Die 12 Herz-Jesu-Priester arbeiten in sechs der sieben Pfarreien der Diözese. Es gibt für die Mitbrüder ein Haus in Helsinki, in dem ca. 140 qm für Begegnungen, für Studien, Gebet, Gastfreundschaft und als Residenz des Regionalobern zur Verfügung stehen.

Regio Österreich-Kroatien

Die Regio in Österreich-Kroatien ist am 1. Januar 1996 offiziell gegründet worden. Am 14 März 1996 ist die neue Regionalleitung mit P. Kazimierz Slawinski offiziell eingeführt worden. Die Geschichte der SCJ in diesem Gebiet hat eine lange Geschichte von 90 Jahren. Hier in diesem Gebiet haben wir auch ein Beispiel internationaler Zusammenarbeit im Geiste der Versöhnung.

Indonesische Provinz

Unter einer Bevölkerung von ca. 200 Millionen Einwohnern im Jahre 1993 gab es 5.111.404 Katholiken. Die Provinz ist mit drei Delegierten vertreten und hat damit genauso viele wie Südbrasilien, Norditalien, Niederlande und Polen. 40% der Mitbrüder sind zwischen 30 und 40 Jahren. Die Propaganda Fide hat unseren Mitbrüdern die Gründung der Lokalkirche auf Süd Sumatra anvertraut, weshalb sie sehr stark in der Pfarrarbeit stehen. Das verhindert eine Übernahme von mehr spezifischen pastoralen Aufgaben.

Norditalien

Als Symbol brachte der Provinzial das Bild des Domes von Mailand. So ist die Provinz ein "Gebäude“, die das Geheimnis Gottes singt; sie hat eine große Geschichte und Tradition. Wie der Dom für Mailand, sind die Dehonianer ein signifikatives Zeichen und ein Element der Einheit. Wie das Gebäude ist auch die Provinz immer im Aufbau, es kann etwas zerbrechen, darum muß auch immer erneuert werden. Es sind schon 90 Jahre vergangen seit der ersten vom Stifter gewollten Gründung (Albino) und 75 Jahre seit Gründung der Provinz. Groß ist der missionarische Eifer: von 288 Mitbrüdern sind 55 in Mozambique und andere in Zaire, Cameroun und in den Philippinen. Die Provinz hat im Moment drei Seligsprechungsprosse laufen, P. Antonio Venzenzo Gallo, P. Bernardo Longo, P. Martino Capelli.

Regio Mozambique

Die Regio Mozambique bereitet sich vor, Provinz zu werden. Der Obere P. Mahkweliha Tomé brachte als Symbol für seine Regio das Bild einer kleinen Hütte mit: ein Haus, das zugleich Kirche und Wohnung der Menschen ist. 1947 kamen die ersten vier italienischen Patres nach Mozambique; drei von ihnen leben noch in Mozambique. Heute nach 50 Jahren sind es 55 Mitbrüder: 43 mit ewigen Gelübden, 12 mit zeitlichen; 17 Mitbrüder sind aus Mozambique, 35 aus Italien und 3 aus Portugal. In der Ausbildung sind 7 Theologen, 5 in der Philosophie, 7 Novizen, 3 Postulanten, 17 Aspiranten. Die Mitbrüder bemühen sich, ein Volk Gottes ohne die alten Strukturen aufzubauen.

Wie sieht die Generalleitung die Kongregation?

Die Generalleitung hat einen 32seitigen Bericht über die letzten sechs Jahre ihrer Amtsführung vorgelegt. Dieser Bericht muß als ganzer gelesen werden, um Zusammenhänge, Begründungen und Perspektiven usw. besser einordnen zu können. Zum anderen zeigt dieser Bericht auch die konkrete Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit unserer Kongregation und zwar universal, weltweit. In unseren Provinzen erhalten wir Einblick in einen Teil der Wirklichkeit, nämlich in das, was uns betrifft. Wenn wir von einem "Globalplan“ reden oder das Motto des Generalkapitels lesen "Wir Kongregation“, dann ist damit das Ganze unserer Ordensgemeinschaft in den Blick genommen. Und das scheint auf in dem Bericht der Generalleitung. Es ist ein engagierter, fundierter Bericht, der Licht und Schattenseiten aufleuchten läßt, zugleich aber auch Perspektiven für den Weg in die nächsten Jahre gibt. Um hier bei den Herausforderungen der Zeit in Kirche und Gesellschaft die konkreten Schritte besser setzen zu können, sind die Kapitulare herausgefordert dem sog. "Globalplan“ eine konkrete Gestalt zu geben. Der Fragebogen, der von den einzelnen Provinzen beantwortet worden ist, hat schon die ersten Schritte aufzeigen wollen.

Generalrat P. Carlos Albertos Costa präsentierte die Nummern 67 - 74 des Berichtes der Generalleitung. Schwerpunkte sind hier: die Entwicklung der Kongregation und die Überalterung. Generalrat P. Umberto Chiarello übernahm die Nr. 75 - 82 mit den Stichworten: die Verschiebung des Schwerpunktes innerhalb der Kongregation, neue Provinzen und Regionen.

P. Adrian Borst besprach die Nr. 83-92: Mission und missionarischer Geist. Hier geht es vor allem um die Lokalkirche und ihre Unterstützung, nicht so sehr um "Missionierung“. Der Aufbau einer Lokalkirche ist wichtig. Dafür sind einige Kriterien aufgestellt worden (Nr. 85). Es geht letztlich um die Reflexion über "eine Politik des missionarischen Handelns heute“. Wir sind heute in einer Zeit, in der der Übergang von den "Gründern“ zu den "Mitarbeitern“ bei den Missionaren geschieht oder geschehen ist. Eine wirkliche Inkulturation ist gemeint, die die einheimischen Werte aufgreift, der Kultur mit Respekt und Anerkennung begegnet, aber den speziellen Dienst der SCJ einbringt. In den Ostländern sind die Strukturen ganz neu zu schaffen, eine Spiritualität ist überzubringen und wirtschaftlich ist fast alles aufzubauen.

Es tauchte in diesem Zusammenhang eine Frage auf: Sind die neuen Missionsgebiete übernommen worden, um der Nachwuchsfrage zu begegnen? Dies hat P. General eindeutig verneint. Erstes Motiv in andere Länder zu gehen ist nicht die Nachwuchsfrage, sondern zuerst unsere Spiritualität und unser Charisma in die Lokalkirche zu bringen. Er zitierte einen Bischof aus Indien: "Wir haben für unsere Kirche hier nicht Priester notwendig, sondern Charismen!“ Deshalb wird auch das Sicheinbringen in die Lokalkirche so stark von der Generalleitung betont. So sollen auch die indischen Kandidaten nicht außer Landes gehen, sondern im eigenen Land ausgebildet werden.

Sozialer Einsatz ist ein weiteres Stichwort in dem Bericht der Generalleitung. In vielen Provinzen gibt es keine bedeutsamen sozialen Werke, die den dehonianischen Geist besonders sichtbar machen. Man hat den Eindruck, daß man vor sozialen Einsätzen, die einen andauernden Einsatz verlangen und finanziell wenig einbringen, dazu noch eine entsprechende Vorbereitung brauchen, zurückscheut. Die "Propheten“ scheinen wenig Raum unter uns zu haben oder können die Mitbrüder nicht verantwortlich in eine Änderung der Strukturen einbinden.

P. Tom Cassidy übernahm die Nummern 93-98: Hier geht es um die Ausbildung, die einen ganz wichtigen Stellenwert im Leben der Kongregation besitzt. Dazu kommt das Anliegen der Weiterbildung. Es wird hier zwar festgestellt, daß für eine regelmäßige Weiterbildung das Bewußtsein gewachsen sei, aber ob das allgemein so stimmt, darf bezweifelt werden. Im Zusammenhang mit der Ausbildung wurde die Frage gestellt: Wo liegen die Gründe, wenn Leute bei uns weggehen? Die Statistik spricht eine klare Sprache - was den Weggang betrifft!

Für die Apostolische Arbeit stellt die Generalleitung fest, daß wir als Ordensgemeinschaft vorzugsweise auf dem Gebiet der Ausbildung und Bildung tätig sind (Seminare, Schulen, Presse) und uns sonst meist in die ordentliche Pastoral der Lokalkirchen einordnen. Einige wenige soziale Aufgaben sind von uns übernommen worden. Es ist allerdings in den Provinzen und Regionen die Frage lebendig nach charakteristischen pastoralen Aufgaben, die unserem Charisma und der Spiritualität entsprechen. Bei Umstrukturierungen innerhalb einer Provinz oder Regio stellt sich die Frage nach entsprechenden und charakteristischen Aufgaben.

Von Nr. 99 bis 108 hat P. General referiert und dabei Licht und Schatten herausgestellt und die großen Leitlinien für das Leben und Arbeiten der Kongregation benannt.

Trotz mancher Probleme steht die Kongregation im Moment der Gnade und des Wachsens. So stellte er einige Lichtseiten heraus:

P. General hat am Ende seines Berichtes neun große Leitlinien für die Kongregation aufgezeigt, mit deren Hilfe das "Wir-Gefühl“ in der Kongregation wachsen kann. Der Slogan des Generalkapitels sucht das einzufangen: "Wir Kongregation“! Der sog. "Globalplan“ - über den Begriff ist sich das Kapitel noch nicht einig - will die Verantwortung füreinander und das gemeinsame Handeln, die konkrete Zusammenarbeit und den Austausch von Gütern und Personen unterstreichen.

In der Diskussion um den Begriff "Globalplan“ oder "Globalisierung“ tauchte ein Stichwort auf, das uns längere Zeit in Anspruch nahm und die Gemüter erhitzte: "Neoliberalismus“, der seit den 70ziger Jahren gewachsen ist. Profit, Schnelligkeit, Effektivität stehen als Prinzipien im Vordergrund. Das globale Netz der Nachrichten, der Technik kann von den Mächtigen benutzt werden. Dadurch werden die Armen ärmer und die Reichen reicher! "Globalisierung“ ist ein Begriff aus dem Umfeld des Neoliberalismus und richtet sich nach marktwirtschaftlichen Prinzipien aus. Übernehmen wir den Begriff "Globalisierung“, besteht die Gefahr, daß wir die rein marktwirtschaftliche Sichtweise mitübernehmen. Dann kommt der Mensch zu kurz und Gott nicht mehr vor. Uns geht es aber um den Menschen, der in der Luft der Frohen Botschaft atmen und leben kann. So sollten wir besser von Solidarität, von Zusammenarbeit, vom Anerkennen der Kulturen usw. reden.

Heute leben die Menschen in "Provisorien“, sie wollen sich nicht für längere Zeit binden, Schwierigkeiten in der Begegnung vertiefen eine Bindungsscheu usw. In der Säkularisierungunserer Gesellschaft ist Gott ausgeklammert worden und der Mensch wurde in den Mittelpunkt gestellt. Heute ist aber auch der Mensch an die Seite geschoben worden - und es gelten andere Prinzipien - die des Marktes und des Profits. Da kann der Mensch leicht durch das "soziale Netz“ der Gesellschaft fallen. Dies ist der Hintergrund, auf dem der Begriff "Globalisierung“ diskutiert wurde.

Am Mittwoch, den 21. Mai, hielt P. Schreiter, Missionar vom Kostbaren Blut aus Chile, ein Referat mit dem Thema "Die Welt, die wir am Ende unseres Jahrhunderts vorfinden.“ Hier sprach der Referent auch von der "Globalisierung“ und machte genau auf die Dinge aufmerksam, die sich heute mit diesem Begriff verbinden. Im zweiten Teil seines Referates "Bewegung zu einer Strategie globaler Sendung“ zeigte er die Sendung der Kirche und in ihr der Ordensgemeinschaft in dieser "Globalisierung“ auf. Grundsätzlich geht es darum auf dem Hintergrund einer grundsätzlichen Versöhnung neue Formen von Solidarität zu schaffen - und das weltweit. Wir müssen eine Antwort darauf geben: Was beinhaltet das und wozu beauftragt das heute, eine internationale Kongregation zu sein? Das bedeutet, nach neuen Formen der Solidarität zu suchen, Teilen mit den Benachteiligten, Dialog mit den Religionen, neue Formen der Inkulturation versuchen, die Möglichkeiten unseres Charismas ausschöpfen und zur Befreiung und Gerechtigkeit beitragen.

Der Referent machte eine sehr gute Situationsanalyse, deutete aber die pastoralen Konsequenzen für uns nur an. Jetzt sind wir auf dem Kapitel gefragt! Wie sieht unser "Globalplan“ aus?

P. General machte darauf aufmerksam, daß von der Generalleitung nicht von "Globalisierung“ gesprochen worden ist. Der Ausdruck "global“ ist vom letzten Generalkapitel gebraucht worden, aber als Adjektiv, nicht als Hauptwort. Im Grunde ist hier mit "Globalplan“ ein Weg gemeint, den wir gemeinsam gehen wollen zu einer größeren Einheit. Ziel ist nicht, daß die Generalleitung mehr Macht bekommt. Die Generalleitung will aber Möglichkeiten haben, zu leiten und Dinge umzusetzen. Auch die Provinzprojekte müssen nach der Gesamtkongregation ausgerichtet werden. Allerdings sollten wir hier nicht zuviel nach der eigenen Identität fragen. Dann bestehe die Gefahr, daß wir unbeweglich bleiben. Es ist vielmehr zu fragen: warum existieren wir? Das ist die Frage nach der Sendung. Und dabei geht es um ein Projekt der Einheit. Hier sollte auch bedacht werden, daß "Politik und Mystik“ in eins gehen (vgl. Brief zum Herz-Jesu-Fest 1996!). Die Mystik bestimmt die Sendung, die Politik. Und die konkrete Arbeit begrenzt und umschreibt die Mystik durch praktisches Tun.

In Bezug auf die Leitung und die Kommissionen meinte P. General: Wenn man einen bestimmten Weg wählt, braucht man dafür Geld und sonstige Mittel, zugleich Zeit und Personen. Die müssen aber auch bereitgestellt werden.

Mit diesen grundsätzlichen Gedanken und mit der Situationsbeschreibung der Kongregation geht der erste Teil des Generalkapitels zu Ende. Es ging um den Stand und die Situation der Kongregation. Allerdings darf der Blick nicht nur nach innen gerichtet sein, sondern muß auch nach außen die Weltsituation bewußt aufnehmen. Denn die Kirche hat eine Sendung in diese Welt und in diese konkrete Situation. In der Kirche stehen wir als Ordensgemeinschaft. Wir sind hier herausgefordert.

Gruppenarbeit

Die Leitlinien der Generalleitung für die Kongregation wurden in Sprachgruppen bearbeitet.

Welches sind die Aspekte in den Leitlinien der Kongregation, die eine Vertiefung brauchen? In der Diskussion gab es verschiedene Bereiche, die angesprochen wurden:

Unser Charisma - Was ist hier genau der Inhalt? Wie können wir konkret nach unserem Charisma leben? Wie können wir es verdeutlichen für unsere Zeit? Wir sprechen oft von den "dehonianischen Werten“ - Welche sind das, und wie können wir uns mit ihnen in unsere Gesellschaft und Kirche integrieren? Hier können und müssen wir unsere SCJ-Identität vertiefen.

Sendung und Charisma stehen in einem engen Zusammenhang. Die Aufgaben ergeben sich zum Teil aus dem eigenen Selbstverständnis, zum anderen auch aus den Herausforderungen von Zeit, Gesellschaft und Kirche. Sendung und Inkulturation gehören zusammen, denn wir leben in unterschiedlichen Kulturen und müssen uns mit unserer Sendung dort einbringen. Die Sprache unserer Spiritualität ist zu "übersetzen“ in unsere Zeit, damit sie auch verstanden wird.

Spiritualität und Sendung, und damit verbunden das eigene Selbstverständnis, konkretisieren sich

"Unsere Spiritualität ist schön, aber es ist nicht immer leicht, sie zu leben und umzusetzen“, sagte P. General in Anlehnung an ein Wort des Stifters.

Berichte aus den Provinzen und Regionen

Portugiesische Provinz

Die portugiesischen Mitbrüder feiern ihre 50jährige Präsenz in Portugal und das 30jährige Bestehen ihrer Provinz. In einem Bericht wurde sie "einer der schönsten Wirklichkeiten unserer Kongregation“ genannt. Es ist eine blühende Provinz: mit einem Durchhaltevermögen von 67%, 127 Mitgliedern, davon 43 junge Ordensleute in Ausbildung, 6 Novizen, 18 Postulanten, Durchschnittsalter von 39,5 Jahren. Die Gründung der portugiesischen Provinz war eine Forderung des Staates, als Bedingung dafür, daß die italienischen Missionare nach Mozambique gehen konnten. 1981 gingen portugiesische Mitbrüder nach Madagaskar. Der missionarische Geist ist von Anfang an lebendig gewesen in dieser Provinz. Heute denkt man daran, nach Angola zu gehen.

Polnische Provinz

Der Provinzial, P. Konior, brachte als Symbol einen starken Baum mit starken und tiefen Wurzeln, aber fast ohne Zweige und ohne Blätter. In den Baum war geschrieben: "Wohin“ (gehen)? In Polen arbeiten 170 Mitglieder. 32 Mitbrüder gehören zu anderen Provinzen, 55 leben oder studieren außerhalb von Polen. Zusammengenommen arbeiten sie in 13 Ländern der Welt und zwei bereiten sich vor nach Indien und nach Afrika zu gehen. Bekannt ist auch der Einsatz im Osten: Weißrußland, Moldawien, Slowakei. In der ehemaligen Sowjetunion geht die Arbeit der polnischen Mitbrüder in drei Richtungen:

Pressearbeit eines Mitbruders in der Gründung "Johannes Paul II.“, wo schon 15 theologische Bücher in russischer Sprache erschienen sind, sie sind für die Intelligenz in Rußland bestimmt; Arbeit in den Archiven, um nach Dokumenten zu suchen, die die katholische Kirche in Rußland, in der Ukraine, Weißrußland und Litauen betreffen. Diese Informationen werden ins Internet gegeben, damit sie allen Studierenden in der Welt zur Verfügung stehen; Ausbildung und Fortbildung der katholischen Laien in den postkommunistischen Ländern. Für diese Aufgabe wurde in Lublin ein Haus für Studenten gegründet.

1947 sagte der damalige P. General W. Govaart mit Zufriedenheit zu italienischen Studenten über die polnische Provinz: "Polen entwickelt sich!“ Jahre vorher haben die Niederlande so viele Neugründungen gemacht; es scheint, daß heute die polnische Provinz diese Rolle übernommen hat.

Konrad Flatau SCJ